Zeitschrift oder Verlagsinstitution: Umweltwissenschaften Europa
Studie: www.enveurope.com/content/24/1/10
Autor (en): Hilbeck, A., McMillan, JM, Meier, M., Humbel, A., Schläpfer-Miller, J. und Trtikova, M.
Art des Artikels: Begutachtete Studie
Datensatz-ID: 1011
Zusammenfassung: Hintergrund. 2008/2009 veröffentlichten Schmidt und Kollegen eine Studie über die tödlichen Auswirkungen der mikrobiellen Bt-Toxine Cry1Ab und Cry3Bb auf den biologischen Kontrollorganismus der Mariendistel Adalia bipunctata. Auf Grundlage dieser Studie sowie über 30 weiterer Veröffentlichungen wurde der Anbau von Mon810 2009 in Deutschland verboten. Dies führte zu zwei Kommentaren und einer experimentellen Studie, die alle in der Zeitschrift „Transgenic Research“ veröffentlicht wurden und die wissenschaftliche Grundlage des deutschen Verbots in Frage stellen bzw. die von Schmidt und Kollegen berichteten schädlichen Auswirkungen der Bt-Toxine auf A. bipunctata widerlegen wollen. Diese Studie wurde durchgeführt, um die zugrunde liegenden Gründe für die unterschiedlichen Ergebnisse zu untersuchen und die in den beiden anderen Kommentaren geäußerte Kritik zu widerlegen. Ergebnisse. Es konnte nachgewiesen werden, dass das Versäumnis von Alvarez-Alfageme und Kollegen, eine schädliche Wirkung festzustellen, auf der Verwendung eines deutlich anderen Testprotokolls beruht. Während Schmidt und Kollegen Larven von A. bipunctata kontinuierlich aussetzten und fütterten, verwendeten Alvarez-Alfageme und Kollegen ein Expositions-/Erholungsprotokoll. Bei Anwendung dieses Expositions-/Erholungsprotokolls auf ein hochempfindliches Zielinsekt, Ostrinia nubilalis, wurde die tödliche Wirkung entweder deutlich reduziert oder verschwand vollständig. Bei Wiederholung der Fütterungsexperimente mit dem Bt-Toxin Cry1Ab unter Verwendung eines kombinierten Protokolls der beiden vorherigen Studien wurde erneut eine tödliche Wirkung auf A. bipunctata-Larven beobachtet. ELISA-Tests mit mit Bt-Toxin gefütterten Larven und Puppen bestätigten die Aufnahme des Toxins. Schlussfolgerungen. Die neuen Daten bestätigen frühere Erkenntnisse, dass das Cry1Ab-Toxin die Sterblichkeit bei A. bipunctata-Larven erhöht. Es wurde auch gezeigt, dass die unterschiedlichen angewendeten Testprotokolle die gegensätzlichen Ergebnisse erklären.
Schlüsselwörter: Nichtzielorganismen, gentechnisch veränderte Pflanzen, Ökotoxizitätstests, Bacillus thuringiensis, deutsches Verbot Mon810, Adalia bipunctata, Marienkäfer
Zitat: Hilbeck, A., McMillan, JM, Meier, M., Humbel, A., Schläpfer-Miller, J. und Trtikova, M., 2012. Eine Kontroverse neu aufgerollt: Wird die Marienkäferart Adalia bipunctata durch Bt-Toxine beeinträchtigt? Umweltwissenschaften Europa, 24(1), S. 10.
